Namibia- mehr als nur Dünen aus Sand

Posted by – Sonntag, 13. September 2009

 Wueste Namibia

Namibia- ehemals Deutsch-Südwestafrika, das klingt fast heimisch und ist doch so weit weg. Ganz genau liegt Namibia, deren Hauptstadt Windhoek auch so gar nicht afrikanisch klingt, am Atlantischen Ozean zwischen Angola, Sambia, Botswana und Südafrika.

Hintergrund:
Der Name Namibia leitet sich von der Wüste Namib ab, die den gesamten Küstenraum des Landes einnimmt. Das gesamte Land Namibia ist etwa 830.000 Quadratkilometer gross und damit mehr als doppelt so groß wie die Bundesrepublik. Im Vergleich zu Deutschland mit ca. 82 Mio Einwohnern leben hier allerdings nur etwa 2 Mio Menschen, die meisten davon in Städten (allein 300.000 in Windhoek) und im fruchtbaren Norden des Landes.


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Sprache und Religion:
Aus der Kolonialzeit wird mancherorts noch Deutsch (eher noch Afrikaans) gesprochen oder zumindest verstanden, der größte Teil der (schwarzen) Bevölkerung spricht jedoch Bantu- oder Khoisan-Sprachen. Die von den Europäern und Bastern eingeführten indogermanischen Sprachen Afrikaans und Deutsch werden vor allem von der weissen Bevölkerung gesprochen: 60% spechen hier Afrikaans, 32 % Deutsch und 7 % Englisch. Diese 3 Sprachen waren übrigends bis zur Unabhängigkeit des Landes von Südafrika 1990 auch die offiziellen Amtssprachen. Nach Ende der Apartheid und auch um das Ende der Fremdherrschaft nach aussen hin zu bekunden, ist die neutrale Sprache Englisch inzwischen zur alleinigen Amtssprache erhoben worden.
Die Kolonialzeit hat sich auch auf die Religion ausgewirkt: durch intensive Missionierung sind ca. 87 % der Namibier Christen.

Wirtschaft in Namibia:
Etwa 20 % des BIP von Namibia wird vom Bergbau erwirtschaftet. Wertvolle Rohstoffe Namibias sind vor allem Uran und Diamanten. (die grösste Diamantenmine liegt in der Nähe von Lüderitz, bekannte Abnehmer sind De Beers oder Consolidated Diamond Mines). Ein weiterer wichtiger Wirtschaftssektor stellt die Landwirtschaft dar und auch der Tourismus gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Kolonialzeit und Besetzung durch Südafrika:
Die Kolonialzeit begann 1884 mit der Erklärung Namibia´s zum „Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika”, sie endete im Jahr 1919. Während des 1. Weltkrieges wurde Deutsch-Südwestafrika von Südafrika besetzt und durch Beschluss des Völkerbundes 1920 der Südafrikanischen Union als Mandatsgebiet zugeteilt. In den Folgejahren gelang es den der südafrikanischen Besatzung den starken deutschen Einfluss zu reduzieren und Namibia zu „südafrikanisieren”: auch die Apartheid wurde auf Namibia ausgedehnt. Vor diesem Hintergrund gab es jahrzehntelange Bemühungen Südafrika das Völkerbundmandat zu entziehen. 1971 erklärte der internationale Gerichtshof in Den Haag das Vorgehen Südafrika´s für rechtswidrig und 1972 war Südafrika bereit, Südwestafrika nach einer angemessenen Übergangszeit in die Unabhängigkeit zu entlassen. Diese Unabhängigkeit erlangte Namibia aber erst 1990- nach mehr als 100-jähriger Fremdbestimmung!

empfehlenswerte Literatur:

Sehenswürdigkeiten:
Im Wesentlichen wird Namibia durch zwei Wüsten geprägt: im Westen durch die von der Kapprovinz bis weit nach Angola hineinreichende Namib und im Osten durch die Kalahari. Eine Besonderheit der Namib sind die Dünen im Gebiet um Sossusvlei. Die Dünen gehören mit weit über 200 Metern Höhe zu den höchsten der Welt. Der Reiz dieser Dünenlandschaft liegt aber nicht nur in ihrer Höhe, sondern auch in dem vom Sonnenstand abhängigen Farbenspiel und der Tatsache, dass die Namib aufgrund der besonderen, über Jahrmillionen andauernden klimatischen Verhältnisse als älteste Wüste der Welt gilt.
Weltbekannt sind aufgrund dieser Gegebenheiten auch die Felsmalereien in Twyfelfontein , die vermutlich über 10.000 Jahre alt sind.


Tiere:
Ebenso berühmt und ein Magnet für Touristen ist der Etosha-Nationalpark ein ca. 23.000 km² großes Naturschutzgebiet im Norden von Namibia´s und bedeutendster Nationalpark des Landes. 1973 wurde der Park komplett eingezäunt um die Abwanderung der Wildtiere zu vermeiden bzw. sich um die Regeneration des Wildbestandes zu kümmern: Durch künstliche Bohrlöcher stieg der Wildbestand im Park stark an. Der Bestand an Elefanten wird seitdem bei 1.500 Stück gehalten, ein grosser Erfolg ist, dass die Zahl der Spitzmaulnashörner im Etosha Nationalpark von ca. 50 Tieren im Jahr 1970 auf 340 im Jahre 1990 anstieg. Seit 1988 gibt es eine Spezialeinheit gegen professionelle Wilderei.

Neben Elefanten und Nashörnern gibt es bis auf Krokodile und Flusspferde nahezu alle Großtierarten des südlichen Afrika.

Wichtige Verhaltensregeln für Namibia:
Es ist hervorzuheben, dass es in Namibia weder Fotografierverbote, Sperrstunden noch militärische Sperrgebiete gibt. Wo immer Sie in Namibia hinkommen, werden Sie als Gast und Freund empfangen.
Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass viele Menschen auf Trinkgeld angewiesen sind: 10 % des Rechnungsbetrags sind üblich. Im Grenzgebiet ist zu beachten, dass die Grenze zu Angola an verschiedenen Stellen gar nicht oder nur durch einen niedrigen Drahtzaun markiert ist. Wer die Grenze (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme, Geldbuße und / oder Haftstrafe rechnen.

Feiertage in Namibia:
Nationalfeiertag: 21. März: Unabhängigkeitstag (1990).
1. Januar: Neujahrstag,2. April: Karfreitag, 5. April: Ostermontag, 1. Mai: Tag der Arbeit, 4. Mai: Cassinga Tag, 9. Mai: Tag des Aufstandes, 13. Mai: Christi Himmelfahrt, 25. Mai: Afrikatag/Tag der afrikanischen Einheit, 1. Juni: Tag des Aufstandes, 26. August: Tag der Helden, 10. Dezember: Tag der Menschenrechte, 25. Dezember: Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember: Tag der Familie.

Klima und beste Reisezeit:
Mit seinen 300 Sonnentagen jährlich ist Namibia ein ausgesprochen sonniges Land. Im Grunde kann man Namibia ganzjährig bereisen kann, allerdings liegt die beste Reisezeit vielleicht am ehsten zwischen April und Juni. Die Temperaturen sind hier tagsüber um die 25 Grad, der Himmel ist stets strahlend blau. Nachts kühlt es angenehm ab, so dass man gut schlafen kann. Die Regenzeit, die in Namibia mit heftigen Regengüssen verbunden ist, herrscht von November bis Februar. In dieser Zeit verwandeln sich die trockenen Flussläufe für kurze Zeit in reissende Ströme verwandeln. Das ausgedörrte Land beginnt binnen weniger Tage zu ergrünen.
Auch in den trockenen Wintermonaten von Juli bis September kann man Namibia gut zu bereisen. Die Temperaturen betragen am Tag um die 20 Grad. Im Binnenhochland und in der Namib Wüste kann es allerdings zu Nachtfrösten kommen.

Klima Windhoek Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Max. Temperaturen 30 28 27 26 23 20 20 23 27 29 30 31
Min. Temperaturen 17 16 15 12 9 7 6 9 12 14 16 17
Sonnenstunden 8 8 8 9 9 10 10 10 10 10 10 10
Regentage 7 8 8 4 1 0 0 0 0 2 3 5

Nützliche Links:
Einreisebedingungen/Sicherheitslage Namibia: Auswärtiges Amt
Medizinische Ratschläge für Namibia: Fit-for-Travel

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