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Sie erzählen Ihren Freunden, Sie wollen Myanmar bereisen, aber niemand hat von dem Land schon mal etwas gehört? Das kann gut sein, denn die meisten kennen Mynamar noch unter seiner alten Bezeichnung Birma oder Burma. Erst seit 1989 heisst Birma nun Myanmar.
Myanmar liegt in Südostasien und hat Küsten am Golf von Bengalen und am Andamanischen Meer. Grenzen gibt es zu Bangladesch und Indien, China, Laos und Thailand. 42 Mio Menschen leben im Land und in Naypyidaw, die seit seit November 2005 Hauptstadt ist, auch wenn Yagon (früher Rangoon) die grösste Stadt des Landes ist.
Myanmar ist sicher nicht das klassische Touristen-Ziel, etwa 200.000 Touristen kommen jedes Jahr und damit natürlich nur ein Bruchteil verglichen mit dem Tourismus-Gigant Thailand. Ein weiterer Grund, Myanmar zumindest sehr skeptisch gegenüberzustehen ist die Tatsache, dass das Land von einem sozialistischen Militärregime regiert wird. Dessen Politik schränkt die Menschenrechte massiv ein und deshalb wird Myanmar von vielen Staaten auch mit Embargos belegt. Jeder Tourist muss sich deshalb darüber im klaren sein, dass ein grosser Teil seines Geldes die dortige Regierung unterstützt.
Zusätzlich erschwert ist das Reisen in Myanmar dadurch, dass grosse Teile des Landes für den Tourismus gesperrt sind. Manche Orte sind zwar zugänglich, allerdings herrschen verschiedene Einschränkungen, so ist z.B. eine spezielle Reiseerlaubnis notwendig, man braucht einen Führer oder die Reiserouten sind vorgegeben.
Schon die Einreise ist kompliziert, denn von Europa aus kann man Myanmar nicht direkt erreichen. Die am meisten benutzten Umsteigeflughäfen sind Bangkok und Singapur.
Zwei Fakoren haben in jüngster Zeit zusätzlich dafür gesorgt, dass Myanmar von Touristen wieder “gemieden” wird, nachdem das Land in den vergangenen Jahren von immer mehr Touristen “entdeckt” wurde: Zuerst schlug die Militärregierung friedliche Proteste gewaltsam nieder und mehrere Dutzend Menschen starben. Dann, wenige Monate später fegte ein Taifun über die Küste und tötete mehr als 130.000 Menschen. Die Generäle weigerten sich lange, ausländische Helfer ins Land zu lassen. Seitdem ist Myanmar von der touristischen Weltkarte verschwunden.
Nun könnte man ganz einfach sagen: gut, dann fahre ich eben woanders hin, es gibt ja viele schöne Länder. Das Dilemma ist nur, dass Myanmar so schön ist und kulturell soviel zu bieten hat!

Foto: wossus/Pixelio Pixelio
An der endlosen Küste mit seinen Fischerdörfern reiht sich ein kilometerlanger Sandstrand an den anderen. Die alte Königsstadt Bagan gehört zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Asiens, vergleichbar nur mit Angkor Wat in Kambodscha. Und haben Sie schon mal von der berühmten Road of Mandalay gehört? In Myanmar ist sie.
Sehenswürdigkeiten in Myanmar:
Mandalay gilt bis heute als das Zentrum birmanischer Kultur. Es ist die zweitgrößte Stadt Myanmars und unzählige Pagoden finden hier:
- Eindawya Pagode
- Mahamuni Pagode
- Kuthodaw Pagode
- Kyauktawgyi Pagode
usw.
Unter der sog. Road von Mandalay wird häufig eine mehrtägige Flusskreuzfahrt auf dem Ayeyarwady von Mandalay nach Rangoon verstanden.
Sittwe (früher Akyab) – Ausgangspunkt für die Fahrt zur alten Königshauptstadt Mrauk U. Mrauk U ist die alte Hauptstadt des Rakhine Reiches. Eine solche Vielzahl an Pagoden und Tempeln findet man nur hier. Die ländliche und abgelegene Region wird von Touristen allerdings nur spärlich besucht. Außer den Tempelbesuchen sind keine weiteren Aktivitäten möglich.
Bagan Hierbei handelt es sich um ein riesiges antikes Tempelareal. Es ist dasTouristenziel Nummer Eins in Myanmar. Auf dem Gebiet von Bagan stehen tausende historischer Tempel. Es ist jedoch nicht als Weltkulturerbe ausgewiesen, was zum einen daran liegt, dass die touristische Infrastruktur rücksichtslos ausgebaut wird (z.B. ein 60m hoher Aussichtsturm, der alles überragt), zum anderen daran, dass reiche Burmesten neue Tempel finanzieren, die teilweise auf historischen Fundamenten gebaut werden.
Um nach Bagan zu kommen reist man am allerschönsten mit dem Boot an. (Am empfehlenswertesten ist die Fahrt von Mandalay nach Nyaung U) Vor Ort empfiehlt sich die Erkundung des Areals mit dem Fahrrad. Man kann sich aber auch mit Pferdekutschen durch das Gelände fahren lassen.
Kyaikto Pagode Der Goldene Felsen.
Pindaya Hier findet man Höhlen mit über 8000 Buddhafiguren.
empfehlenswerte Literatur:
Wichtige Verhaltensregeln für Myanmar:
Wie in vielen asiatischen Ländern, sagen auch Burmesen ungern Nein. Stattdessen windet man sich und gibt lieber eine nicht ganz richtige Antwort, als zuzugeben, dass man nicht helfen kann oder etwas nicht möchte. Zeit ist hier nicht so wichtig und Eile gänzlich unbekannt. Wer etwas erreichen will, muss geduldig verhandeln können. Kritik sollte man nicht direkt äussern.
Desweiteren ist es unhöflich, Menschen direkt in die Augen zu sehen. Der Kopf gilt als ein heiliger Teil des Körpers und sollte deshalb (auch bei Kindern!) nicht berührt werden. Schuhe und Socken müssen beim Betreten von Gebäuden oder Anlagen die religiösen Zwecken dienen, ausgezogen werden. Militärische Einrichtungen, Uniformierte sowie strategisch bedeutende Infrastruktureinrichtungen wie Brücken dürfen nicht fotografiert werden.
Gesundheit in Myanmar:
Rund um Bagan treten in letzter Zeit gehäuft Malaria-Infektionen auf. Mückenstiche sollten unbedingt vermieden werden, eine Malaria-Prophylaxe erwogen werden. Ärztliche Hilfe ist in Bagan praktisch nicht zu erhalten, in Notfällen sollte man nach Yangon oder besser noch nach Bangkok fahren.
Ingesamt stuft die WHO mit Ausnahme der Städte Yangoon und Mandalay das Land als Malaria Risikogebiet ein und rät zur Prophylaxe!
Sicherheit:
In den für Touristen frei zugänglichen Gebieten kann man sich frei bewegen. Auch allein reisende Frauen haben nichts zu befürchten. Das einzige Sicherheitsrisiko stellen die weltweite Terrorgefahr ( am 26.04.2005 05 und am 7.5.2005 kam es zu Bombenanschlägen in Mandalay in Yangon) sowie möglicherweise aufflammende interne Unruhen dar.
Feiertage in Myanmar:
Nationalfeiertag: 4. Januar: Unabhängigkeitstag (1948).
3. Januar: 1974 – Gründungstag, 14. Februar: Tag der Union, 2. März: Tag der Bauern, 27. März: Tag der Streitkräfte, 17. April: Bhuddistisches Neujahr, 28. April: Vollmondtag, 1. Mai: Tag der Arbeit, 19. Juli: Tag der Maertyrer, 26. Juli: Mondfest, 23. Oktober: Mondfest, 21. November: Vollmondtag, 25. Dezember: Weihnachtsfeiertag.
Klima und beste Reisezeit für Myanmar:
Myanmar hat tropisches Monsunklima mit 3 Jahreszeiten. Die angenehmste Reisezeit beginnt im Oktober und endet im Februar da hier am wenigsten Niederschläge fallen und es nicht so drückend heiß ist. Wer allerdings die Bergorte oder die Küste von Rakhine zum Ziel hat, sollte zwischen März und Mai reisen, dann jedoch Bagan und Mandalay meiden, hier ist es durch die Hitze fast unerträglich. (heisse Jahreszeit). Von Juni bis Oktober herrscht Regenzeit.
| Klima Myanmar | Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
| Max. Temperaturen | 32 | 35 | 36 | 37 | 33 | 30 | 30 | 30 | 30 | 32 | 32 | 32 |
| Min. Temperaturen | 18 | 19 | 22 | 24 | 25 | 25 | 24 | 24 | 24 | 24 | 22 | 19 |
| Sonnenstunden | 9 | 9 | 9 | 9 | 6 | 4 | 3 | 3 | 5 | 7 | 10 | 9 |
| Regentage | 0 | 0 | 1 | 2 | 14 | 25 | 26 | 26 | 20 | 11 | 4 | 1 |
Einreisebedingungen Myanmar:
Myanmar ist sicher eines der schwierigsten Reiseländer in Südostasien, was mit der dortigen Regierung zusammenhängt (s.o.)
Alle Reisenden nach Myanmar brauchen ein Visum. Um durch den Tourismus mehr Devisen ins Land zu bringen, wurde die Gültigkeitsdauer eines Visums von früher 2 Wochen auf nun auf 4 Wochen verlängert. Ein Visum erhält man von der Botschaft nur, wenn man nachweist, dass man schon im Ausland eine Hotelunterkunft in Myanmar, zumindest für ein paar Tage, gebucht hat. Erfahrungsgemäss geht es schneller wenn man die komplette Reise Myanmar betreffend bereits im Ausland gebucht hat.
Nützliche Links:
Einreisebedingungen/Sicherheitslage Myanmar: Auswärtiges Amt
Medizinische Ratschläge für Myanmar: Fit-for-Travel

















