![]() Foto: Hartmut Wolff/Pixelio Pixelio |
Die Seidenstrasse gehört den berühmtesten Straßen der Welt und übt auf Reisende noch heute eine starke Faszination aus: Die Seidenstrasse verband Ostasien mit dem Mittelmeer: sie verlief von Peking über Russland, Beirut und Istanbul bis nach Venedig. Nicht nur Seide kam aus dem Osten über diesen Handelsweg nach Europa, auch Jade, Pelze, Tee und das berühmte chinesische Porzellan. Aus dem Westen wurden im Gegenzug Schmuck, Pferde, Glas, Hirschgeweihe, Elfenbein, Knoblauch, Rizinusöl, oder Weihrauch transportiert. Aus den angrenzenden Ländern führten etliche Wege zu der großen Handelsstrasse und die unterschiedlichsten Kulturen trafen so aufeinander. Der Geograf Ferdinand von Richthofen gab ihr 1877 den Namen Seidenstrasse, der heute in der ganzen Welt bekannt ist.
Die Reise entlang der Seidenstrasse war für die Händler nicht nur abteuerlich sondern sie mutete ihnen fast unmenschliches zu: Die Seidenstrasse ist eine der unwirtlichsten Strecken der Erde; sie verläuft erst durch versengtes, wasserloses Land und verbindet dann eine Oase mit der nächsten. Hat man – von Westen kommend – die Taklamakan-Wüste hinter sich, ist man umgeben von den höchsten Gebirgsketten der Erde. Nur ein paar eisige Pässe, die mit ihren tiefen Schluchten und 5.000 zu überwindenden Höhenmetern zu den schwierigesten der Welt gehören, führen durch das Gebirge. |
Auch das Klima ist rau. Sandstürme sind häufig, im Sommer steigt die Temperatur auf über 40 °C an und im Winter sinkt sie oft unter -20 °C. Allein die immense Bedeutung der Strecke für transnationale Kommunikation zwischen Ost und West hielt diese Verbindung über die Jahrtausende aufrecht.
Entlang der Seidenstrasse wurden nicht nur Güter transportiert, sondern auch “Kultur” und “Religion”: So gelangte der Buddhismus über die Seidenstraße bis nach China und Japan und wurde dort vorherrschende Religion. Auch das Christentum drang über die Seidenstraße bis zur damaligen Hauptstadt von China vor, wie eine Steintafel im heutigem Xi’an dokumentiert.
Weil unterscheidliche Menschen und Kulturkreise aufeinandertrafen wurden aber auch Krankheiten übertragen und die jeweiligen Länder weitergeschleppt.
Nur wenige Händler bereisten die gesamte Strecke der Seidenstraße von etwa 6.000 km, vielmehr wurde von Zwischenstation zu Zwischenstation gereist und jede Nation, die von der Strecke tangiert wurde, wollte ihren Profit als Zwischenhändler maximieren.
Als Vasco da Gama 1498 den schnelleren Seeweg entdeckte, besiegelte er den Untergang der alten Handelsstraße und die Handelsstationen verfielen im Laufe der Zeit. Am 12. März 1907 entdeckte Aurel Stein die Seidenstraße neu und zunehmend dann auch der Tourismus, der sich vom Mythos Seidenstrasse anziehen liess. Viele ehemals zerstörte Gebäude sind heute wieder aufgebaut.
Die Seidenstrasse heute:
Heute hat die Seidenstraße einen eher romantischen, abenteuerlichen Stellenwert. Reisen „auf den Spuren Marco Polos“ ziehen eine immer stärker wachsende Zahl von Touristen in diese abgelegenen Regionen der Welt. China erkannte das touristische Potential sehr schnell, nachdem es in den späten 1970ern seine Türen für ausländische Reisende öffnete. Dies führte dazu, dass viele Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmäler entlang der Seidenstraße restauriert wurden und man von offizieller Seite Sorge für die Erhaltung dieser Monumente trägt. Zu den unvergesslichen Momenten bei einer Reise entlang der Seidenstrasse zählt die Begegnung mit der Bevölkerung und ihrem bis heute erhalten gebliebenen Lebensstil.
Viele Japaner besuchen die Seidenstrasse, um jene Stätten zu besuchen, die die buddhistische Religion auf ihrem Weg nach Japan zurücklegte. Eine Reise in das Taklamakan-Gebiet ist trotz einiger Erleichterungen wegen der klimatischen und geographischen Bedingungen auch heute immer noch sehr beschwerlich. Es gibt entlang der Seidenstraße keine durchgehenden Züge oder zeitlich abgestimmten Umsteigeverbindungen Peking − Teheran oder Peking − Moskau.
Quelle, z.T.: Wikipedia















